Klappern gehört zum Handwerk

Nach fast 7 Kilometern Holpernatursteinweg erreicht man von Wörlitz kommend die Warteschlange an der Fähre Coswig (Anhalt)

Gehen wir mal davon aus, dass das Fähren ein Handwerk ist, dann hat Klappern bei der Fähre in Coswig (Anhalt) eine zwiegespaltene Bedeutung. Nun ist Fähren aber eher eine Dienstleistung, wenngleich sie doch mit Sicherheit viel handwerkliches Können erfordert. Das Klappern übernimmt bei der Fähre in Coswig (Anhalt) übrigens eher der Fährgast. Oder besser gesagt das jeweilige Gefährt mit dem er/sie zum Anleger gekommen ist, um im Bedarfsfall die Glocke zu klappern: Fährmann hol über!

Die Fähre im sachsen-anhaltischen Coswig muss etwas ganz Besonderes haben. Hätte sie es nicht, dann müsste man nicht häufig in einer Fahrzeugschlange auf den Wink des Fährmanns warten. Die Flussquerung bei Coswig ist eigentlich nicht so richtig erforderlich und so richtig angenehm auch nicht. Am besten haben es wohl noch Wanderer, Radler oder Reiter (alle auch mit Sternchen oder ähnlichem zu lesen). Zu dieser Fähre werden mit Sicherheit die meisten Menschen aus Richtung Wörlitz gelockt. Es gibt da unmissverständliche und eindeutige Hinweisschilder. Wer den Park besucht hat, wünscht sich halt oft noch ein Romantik-Plus. Eine Fährfahrt über die Elbe scheint da verlockend. Doch wer von Wörlitz aus startet, ahnt noch nicht, welch mittelalterlicher scheinbar nicht enden wollender Weg durch urwaldähnliches Gelände ihn da erwartet. Die Coswiger hegen und pflegen ihn: Natursteinpflasterweg. Fast 7 Kilometer! Eine Umkehr scheint unmöglich.    

Ich kenne die Straße seit langem und bin immer wieder erstaunt, dass sie nach wie vor so gut angenommen wird und dem Sinn der Fähre offensichtlich keinen Abbruch tut. Beim kürzlichen Besuch (Mitte Mai 2021) hatte ich zusätzlich die Freude, den unbehaglichen Weg über den mittelalterlichen Feldsteinweg ein zweites Mal nehmen zu müssen. Zurück, weil wegen des steigenden Elbpegels die Auffahrt meines Wohnmobils dem Fährmann zu riskant erschien.  

Verkehrt nicht bei Nebel und unter Umständen nicht immer für jedes Gefährt: Fähre Coswig (Anhalt) – [hprfoto]2021

Als sächsischer Coswiger hat das hier absolut nichts mit Häme zu tun, ganz im Gegenteil. Ich bewundere, dass es die Wagenfähre in Coswig (Anhalt) nach wie vor gibt und hoffe, dass es noch lange so bleibt, klappernde Gefährte sich mutig den Weg vom Wörlitzer Park zur Elbquerung trauen.    

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